Königlicher Status des KFPS um 25 Jahre verlängert (2012)
Die Königin der Niederlande hat beschlossen das Recht um das Prädikat „Königlich“ führen zu können für das KFPS um 25 Jahre zu verlängern. Dieses Recht wird grundsätzlich für eine befristete Zeit vergeben und muss danach neu angefragt werden.
Das Friesische Pferde Stammbuch empfing zum ersten Mal 1954 das Prädikat „Königlich“, damals noch aus den Händen von Königin Juliana. Dieses passierte im Zusammenhang mit dem 75 jährigen Jubiläum des Stammbuches. Aus den alten Unterlagen geht hervor, dass die erste Anfrage hierzu bereits 1949 gestellt wurde.
Das KFPS ist sehr stolz darauf diesen Titel weitere 25 Jahre führen zu können.

Das Friesenpferd -
Schwarze Perlen aus Friesland
- die königlichen Rappen aus Holland

Autorin/Copyright Petra S. von Känel

Überall, wo Friesenpferde öffentlich auftreten, gehören sie zu den Publikumslieblingen. Die holländischen barocken Rappen verzaubern durch ihr wallendes Langhaar, bestechen durch ihre pechschwarze Farbe und faszinieren die Menschen mit ihrem sanften und menschenbezogenen Charakter. Wer sich einmal näher mit dieser Pferderasse befasst hat, unterliegt dem Charme und Ausstrahlung dieser königlichen Extravaganz

Vom Streitross zum Freizeitkameraden

Das Friesenpferd ist eine der ältesten Pferderassen Europas.

Es entstand an den Ufern der Nordseeküste, wo der germanische Volksstamm der Friesen, genannt Frisii, eine grossrahmige Pferderasse von ca. 150cm Stockmass züchtete, die sich nach Knochenfunden wesentlich von Kaltblütern unterschied.

Die Geschichte des Urfriesenpferdes (equus robustus) lässt sich weit bis ins erste Jahrhundert zurückverfolgen. Das Friesenpferd wurde schon in Schriften von Tacitus und Julius Cäsar erwähnt und von den Römern nach England exportiert. Dort prägte der Friese in frühester Zeit andere bekannte Pferderassen wie das Fellpony, das Dalespony, das Shire und das Clydesdale. Der Friese beeinflusste aber auch andere Pferderassen wie das aus Norwegen stammende Dölepferd, das aus Frankreich kommende Mérens, Pferderassen in Amerika, u.a. das Morgan Horse und die russische Traberrasse Orlow, die den damaligen Trabrennsport boomen liess.

Die jüngste Blutauffrischung durch (einen) Friesen geschah 1974 in Kladruby, dem bekannten tschechischem Hauptgestüt, wo die berühmten Karossiers die Kladruber gezüchtet werden. Der im alten barocken Typ stehende Friesenstammbuchhengst Romke 234 (geb. 1966) und der mit seiner Postur und Ramskopf bestens zu den Altkladrubern passte, rettete die inzuchtgefährdete Rappherde mit seinem Fremdblut. Romke 234 deckte bis 1985 in Kladruby, kehrte dann zurück in seine friesische Heimat, deckte bis 1990 und verstarb im Januar 1991 im stattlichen Alter von 25 Jahren.

Auch im Mittelalter bekam das Friesenpferd Anerkennung als gutes Streitross.

Ein wichtiger Abschnitt in der Entstehungsgeschichte des Friesen ist das Barockzeitalter. Es wurde auf bekannten Hofgestüten für fürstliche Prunkkarossen und Paradezwecken gezüchtet. Schwarz wurde damals schon bevorzugt, dies verlieh den Pferden eine gewisse Vornehmheit.

Das iberische Pferd hatte Einfluss auf viele Barockpferderassen und somit auch auf die friesische Rasse. Später tobte der 80-jährige Krieg, 1568 bis 1648. Durch die mitgebrachten iberischen Hengste der spanischen Besatzung in den Niederlanden, prägten die spanischen Hengste zum zweiten Mal die friesische Rasse. Dem "Andalusier" verdankt der Friese sein barockes Aussehen und seine erhabenen Bewegungen, die bis heute noch unverkennbar sind. In den Adern des Friesen fliesst daher dasselbe altspanische Blut wie bei den Lipizzanern, den Frederiksborgern, den Kladrubern und den ausgestorbenen Neapolitanern. Fälschlicherweise wird der Friese von Laien oftmals als leichtes Kaltblutpferd bezeichnet. Dies ärgert die Pferde sicherlich wenig.
Der Friese ist ein reines Warmblutpferd, ein recht edles sogar. Heute spricht man gerne vom Barockpferd. Zu den Barockpferden zählen Pferde wie der Lusitano, PRE (Pura Raza Espagnola, der fälschlicherweise oftmals als Andalusier bezeichnet wird), Lipizzaner, Frederiksborger, Kladruber, Knabstrupper und natürlich unsere Schwarzen Perlen.


Im 16. und 17. Jahrhundert wurden Barockpferde als Hohe Schule-Pferde sehr geschätzt und von bekannten Rittmeistern als besonders gelehrig gelobt. Im 18. Jahrhundert hielten in Holland die reichen Bauern ihre Friesen für die Sonntagskutsche, für schnelle Transporte sowie Marktbesuche und volkstümliche Trabrennen. Bei den Trabrennen, zuerst unter dem "Mann", später vor der Sjees, handelte es sich um 300-400m "heats". Der Preis war oft eine silberne Peitsche. Dies brachte den Friesen den Namen "Harddraver" ein und machte sie berühmt. Später als die Distanzen verlängert wurden, wurde der Friese dann durch die schnelleren ausdauerden Vollblütern verdrängt. Sowie sich die Mode der Kleider änderte, änderte sich auch der Geschmack der Pferdezüchter. Die Armee verlange nach Reitpferden mit schnellen Galoppaden und flachen Trabgängen, die Landwirtschaft nach schweren starken Kaltblütern für die schweren Landwirtschaftsmaschinen.

Und so ging die Nachfrage für Friesenpferde immer mehr und mehr zurück. 

Stammbuchgründung

1879 wurde die "Koninklijke Vereniging Het Friesch Paarden-Stamboek" gegründet, kurz F.P.S. genannt, die königliche Vereinigung des Friesen-Pferdestammbuches (die Schirmherrin des F.P.S. ist heute noch Königin Beatrix).

Doch die Friesenpopulation nahm nach kurzem Aufschwung immer mehr ab.

Nach der Mitte es 18. Jahrhunderts wurden Kreuzungen von Pferden im Allgemeinen empfohlen. Man führte zwei Stammbücher, eines für die friesische Rasse und eines für Kreuzungsprodukte; Friese mit Oldenburgern, die dem Geschmack ausländischer Käufer besser entsprach. 1913 konnte die Vereinigung "Het Friesche Paard", das friesische Pferd, eine kleine Gruppe von Friesenanhänger, das Aussterben dieser wunderbaren Rappen verhindern. Schon zweimal, 1896 und 1913, wurde die Friesen vor dem Aussterben gerettet. Es gelang, durch den Kauf bester friesischer Hengstfohlen, diese Rasse zu erhalten, ja sogar zu verbessern! Von 1914 bis 1943 wurde das zweite Stammbuch noch geführt mit Pferden der nichtfriesischen Rasse. Seit 1954 werden nur noch in "einem" Stammbuch rassenreine friesische Pferde erfasst.

Nach dem 2. Weltkrieg erholte sich der Bestand der Friesenpferde etwas, sank aber erneut bis 1967 rapide durch die landwirtschaftliche Motorisierung ab. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Friesenpferd in seiner Heimat als Fahr- und Freizeitpferd neu entdeckt. 1974 - 1978 entstanden neue friesische Zuchtvereine.

Rassemerkmale

Der Friese ist nicht nur schön, sondern auch klug. Ein Charmeur mit exotischem Aussehen, dem man kaum widerstehen kann. Dank seines freundlichen menschenbezogenen Charakters mit seinem lebhaften Temperament, grosser Nervenstärke und Zutraulichkeit mit faszinierender Ehrlichkeit, ist der Friese ein geeignetes Familien- und Freizeitpferd für viele Sparten der Reiterei und des Fahrsports.
 

Das Friesenpferd verfügt über aussergewöhnliche (eifrige) Gelehrigkeit, ist mutig, ruhig und zuverlässig in kitzligen Situationen. Er ist ein Kumpel für "durch dick-und-dünn", anhänglich, besonders seiner Bezugsperson gegenüber und hochsensibel. Nicht alle Menschen verstehen es mit einem Friesen umzugehen. Auch verkraftet er Reiter-/ Besitzerwechsel nicht so einfach.
Idealisten starten mit Friesen sogar erfolgreich in Fahr- und Dressurprüfungen.

Erstaunt sind immer wieder viele Pferdefreunde, wie umgänglich die Friesenhengste - und auch die Deckhengste - sind. Nicht zuletzt seines typischen Äusseren wegen, ist er als Zirkus- und Hoheschule-Pferd sehr geschätzt. Schon viele Pferdefreunde konnten Friesen in unserem Schweizer National Zirkus Knie in verschiedensten Schaubildern bewundern. Der Showeffekt des anmutigen kohlschwarzen Rappen mit stolz getragenen gebogenen Hals, wallendem Haar und breiter Brust ist perfekt. Die lange Mähne, der oft bis zum Boden fallende voluminöse Schweif und der üppige Kötenbehang hat zur Bezeichnung der "gefiederten Pferde" - "Schwarze Perlen" beigetragen. Gezüchtet werden die Friesen ausnahmslos in schwarz. Kleine Kopfzeichen, Stichelhaare, Flocke, Stern, oder einige weisse Haare an Ober- oder Unterlippe sind erlaubt (Stammbuchhengste müssen ganz schwarz sein). Beinabzeichen sind nicht erlaubt. Der Friese ist meist von kräftiger Natur, mit einem recht edlen Kopf mit ausdrucksvollen sanften grossen Augen und kleinen Ohren mit zueinander geneigten Ohrspitzen. Er hat eine sehr hohe Aufrichtung, starken kräftigen Hals der fliessend in den Rücken übergeht, flacher breiter Widerrist kommt meist vor, ebenso tonnenförmige Rippen, eine leicht gespaltene gut bemuskelter Kruppe mit starker Hinterhand, die viel Schub bringt und einen tief angesetzten Schweif. Typisch sind die schwungvollen, raumgreifenden Bewegungen und die hohe Knieaktion. Der Liebhaber spricht von "steppenden" Gängen. Der Friese ist beliebt als talentiertes Fahrpferd. Mit seinen steppenden Gängen, seinen gefiederten Beinen, die sich wie Federn heben und senken, ist es eine wahre Pracht ihm zuzuschauen.


Text mit freundlicher Genehmigung von: Autorin/Copyright Petra S. von Känel

Die informative HP über Friesenpferde www.friesenlovecoach.ch

Ein weiterer guter Link - Wikapedia - Pferderasse Friese

 

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